Bileams Eselin

Bileams Eselin: „Die Würde des Tieres und eine zeitgemäße christliche Tierethik!“

Franziskus von Assisi lebte von ca. 1182 bis 1226. Sein Vorbild war Jesus Christus. Von Franziskus ist folgendes Zitat überliefert: „Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.“

Rund 750 Jahre später schreibt Prof. Erich Grässer (Theologe): „… für Tierschutz hält sich die Kirche nicht für zuständig. Kirche sei für die Menschen da“. Grässer fragt sich: „Woher kommt diese Tiervergessenheit in der Kirche? Nun, es liegt daran, dass die Ethik, die theologische wie die philosophische, meint, sie habe es nur mit dem Verhalten des Menschen zum Menschen und zur Gesellschaft zu tun. Das von Albert Schweitzer gewählte Bild ist deutlich: “Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht herein komme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen“."

Allerdings wimmelt es im Buch Hiob nur so vor Tieren: „Frag doch die Tiere, sie werden`s dich lehren und die Vögel und die Fische die können dir`s sagen, dass Gott alles geschaffen hat und in seiner Hand die Seele ist von allem…“ (Kap. 12, 7-10)

Die biblische Geschichte von „Bileams Eselin“ zeigt, dass Tiere im theologisch-biblischen Sinne Gotteserkenntnis besitzen, denn sie erkennt den Engel Gottes, nicht aber ihr Reiter Bileam.
„Bileam hätte die Eselin in einem dreimaligen Gewaltexzess fast erschlagen, dabei hat sie ihm das Leben gerettet, sonst wäre er ins offene Messer gelaufen. Tiere als Boten Gottes …?“ (Pfr. Seidel). 
Die Eselin verfügt offenbar über eine Dimension der Wahrnehmung, die der Mensch Bileam nicht hat.

Wir von X Orga wollen uns dafür einsetzen, dass auch die Kirchen ihre christliche Verantwortung gegenüber den wehrlosen, dem Menschen ausgelieferten, geschundenen, fühlenden Kreaturen übernehmen. Und wir setzen uns für eine pflanzliche Ernährung ein, für die kein einziges Tier in einer grausamen Tierindustrie dahinvegetieren muss, um am Ende seines leidvollen Daseins hier auf Erden gnadenlos und brutal getötet zu werden. Wir warten darauf, dass die Kirchenvertreter*innen endlich laut ihre Stimme für die stimmlosen Mitgeschöpfe erheben! 

Der Theologieprofessor Kurt Remele sagt: „Ein Tier ist nicht weniger schmerzempfindlich als ein Mensch. Es hat ähnliche Nerven und Sinnesorgane. Auch wenn es sich nicht verbal oder in einer Menschenstimme beschweren kann, so zeigen uns die Schreie und das Stöhnen, die es von sich gibt, wenn ihm körperliche Gewalt angetan wird, dennoch ganz klar, dass es schmerzempfindlich ist.“ 


Die Bibel ermuntert uns zu pflanzlicher Ernährung: „Siehe, ich habe euch gegeben alles samenbringende Kraut, das auf der Fläche der ganzen Erde ist…es soll euch zur Speise sein.“ (Genesis 1:29-31)


Mit Erich Grässers Worten ausgedrückt: "Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen. Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspredigt.“

Bileams Eselin 

(Quelle: aktion-kirche-und-tiere.de)