Weil die Zeit reif ist...

Wir haben den großen Wunsch, zum Bewusstseinswandel mit dem Ziel eines Umgangs mit Tieren als Wesen mit eigenen Rechten auf Unversehrtheit, Würde und Leben, beizutragen.

Nachfolgend (bitte runterscrollen) berichten wir zu aktuellen Neuigkeiten.

+++Säubrennerkirmes in Wittlich bei Trier+++
Habt Ihr schon mal davon gehört?
Ein abscheuliches und tierverachtendes Spektakel, welches auf eine Sage zurückgeht. https://www.kirmes-wittlich.de/
Wir fragen uns und Wittlich, wieso man ein solches Fest so feiern muss, wie es die Wittlicher immer noch tun...unter dem Deckmantel der Tradition. Antworten haben wir bereits erhalten, die vor allem eines beinhalten: Unverständnis, Trotz und ganz nach dem Motto "Wir lassen uns die Freude an diesem Fest nicht nehmen."

(unser Anschreiben an die Stadt Wittlich siehe nachfolgend)

Anschreiben u.a. an die Stadtverwaltung Wittlich, Bürgermeister und Stadtrat


 

03.04.2021 - Osteraktion in Stuttgart.

Es hat ein Weilchen gedauert, doch nun ist das Video fertig! Schaut mal rein!
Nochmals ein herzliches DANKE an alle Mitwirkenden und Unterstützer*innen! 
Wir machen aufmerksam. Immer und immer wieder. Solange, bis Gewalt und Ausbeutung an fühlenden Individuen endlich der Vergangenheit angehören. 

 

+++Bundesweites Verbot von Tiertransporten in Drittländer+++

16.05.21
Unser Forderungsscheiben an Julia Klöckner ist verschickt. Innerhalb von 3 Tagen haben wir 300 !!! Unterschriften zusammen bekommen. Vielen Dank für diese Unterstützung. 
Der Transport der 272 Rinder von Niedersachsen nach Marokko, eines der Länder, die für ihren tierquälerischen, grausamen Umgang mit Tieren bekannt sind, ist leider nicht mehr zu stoppen, hat aber wieder einmal deutlich gezeigt, dass es ein bundesweites klares Verbot von Tiertransporten in Drittländer geben muss. Frau Klöckner ist in der Pflicht und Verantwortung!
Hoffen wir, dass die Qualtransporte endlich ein Ende haben. 

Die X ORGA Women

von links nach rechts: Susanne Kirn-Egeler, Daniela Hohler, Natascha Wenrich, Cornelia Praetorius, Annette Kremslehner

Nachbericht zu unseren Aktionen am Karfreitag und Ostersamstag in Stuttgart.

(Entgegen unserer anfänglichen Planung hatten sich bis zu Beginn der Osteraktionen ein paar Änderungen ergeben)

05.04.2021

Die W Ü R D E des Tieres ist unantastbar
Wider die Gleichgültigkeit gegen dem Mitgeschöpf Tier

Ein paar nachträgliche Gedanken zu unserer Veranstaltung an Karfreitag und Ostersamstag.
Schaut hin! Hört zu! Seid laut!
Wir haben uns vorgenommen, dazu einen Beitrag zu leisten, und das haben wir getan! Zu unserem Bedauern, nicht nur wegen unserer Veranstaltung, hat das Großaufgebot an Corona Leugnern in Stuttgart natürlich die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mehr als ein Ärgernis.
Die Veranstaltung an den zwei Tagen hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir danken von Herzen allen, die vor Ort waren und auch im Vorfeld uns schon so großartig unterstützt haben. Viel Aufmerksamkeit haben all die non- verbalen Darbietungen erhalten: die Musik- Beiträge von unserer lieben Freundin und Liedermacherin NETTE - Annette Rudert zusammen mit unserer Sängerin Natascha sowie die vielen wunderbaren selbstgemachten Infotafeln, die durch Bilder und prägnante Sätze das Tierleid dargestellt haben. Die Vorträge, so gut sie auch waren, sorgen leider selten dafür, dass vorbeilaufende Passanten einen Moment stehen bleiben, um zuzuhören. Aus dieser Erfahrung werden wir für die Zukunft lernen.
Köstlich die Hörsatire von Susanne und Siegfried, die Klöckner und ihre Verlogenheit dargestellt und aufs Korn genommen haben. Der Vortrag von Eisenhart von Loeper hat die meisten von uns Tierrechtler*innen tief beeindruckt. Er hat sehr gut ausgeführt, dass man zwar einen sehr langen Atem haben muss, aber dass auf juristischem Wege einiges für Tierrechte zu erreichen ist. Wir möchten noch einmal würdigen, dass es unter anderem ihm zu verdanken ist, dass der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert wurde.
Der Animal Pastor Thomacz Jaeschke hat uns per Videobotschaft sehr liebevolle Worte mit auf den Weg gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir nicht aufhören sollen für die Tiere zu kämpfen. Wenn wir etwas versprechen können, lieber Tom, dann das!!
Lisa Craemer-Schwarz von Aktion Kirche und Tier e.V. hat uns Monika Grieshabers ( war verhindert) Rede über das großartige Engagement von diesem Verein und die Geschichte der Gründung von Animals Angels vorgetragen.
Sonia Ellen von der Tierschutzpartei und unser Blümchen haben sehr informativ und auf eindrucksvolle Weise aufgezeigt, wo überall Tierleid versteckt ist, wenn man einmal durch den Alltag eine*r ganz normalen Bürger*In geht.
Den noch seltenen aber immer öfter vorkommenen Weg von Landwirt*innen zur veganen Landwirtschaf t hat uns Timo Geuß per Video erzählt. Hoffen wir, dass es mehr und mehr werden. Wieder mitten ins Herz hat uns Danys Geschichte vom Kälbchen Niemand und ihre neue Geschichte vom Schweinchen Rosi getroffen.
Ein absoluter Hingucker war der "blutige Tisch", den Peter, Corinna und Sonia-Ellen so liebevoll wie grausam real performed haben. So sehen in Wahrheit die Festtafeln in deutschen Esszimmern aus, wenn die Menschen hinschauen würden.
Die Maskendarbietung von Heike Löwentraut besteht aus einem Schwein, einem Treiber, einer Sekretärin. Na, eine Idee was das versinnbildlicht? Vielen Dank an Ralf, Zora, Marion, Nette, Peter und unserer Annette und natürlich Heike , die diese Performance durch die Straßen Stuttgarts dargeboten haben. Peter Hübners Moderation hat unsere Veranstaltung sehr bereichert.
Er hat mit eigenen kurzen Beiträgen über das Tierleid und seiner persönlichen Geschichte vom Metzger zum Veganer die Zuhörer* innen gebannt. Tim von Vegans for Future hat natürlich den großen aber wichtigen Bogen mit einem Gleichnis zur Klimakatastrophe geschlagen.
Die 2,5 stündige Traueraktion am Karfreitag hatte ganz und gar unter Leitung von unserer lieben Susanne stattgefunden. Wir haben hier der Milliarde gequälter und ermordeter Tierseelen gedacht. Susanne hat sehr nachdenklich in ihren Reden das Schweigen der Kirchen beklagt und die Bibelstellen zitiert, die die Würde des Tieres sehr wohl benennen. Von besonderer Eindrücklichkeit war das sogenannte Die Inn, also das sich auf den Boden legen und damit den Tod der Tiere aufzeigen und nachempfinden und für die vorbeiziehenden Passanten mindestens ein Stutzen, vielleicht einen dummen Spruch provozieren, vielleicht aber auch Mitgefühl? 
Aber ignorieren konnten sie uns nicht! 
Der Abschluss unserer Kundgebung am kühlen Samstagabend war ein besonders schönes Ritual. 
Wir standen im Kreis und haben unsere Fürbitten vorgetragen und Kerzen auf das Jesusbild mit dem Schaf im Arm aufgestellt. Mit einer Schweigeminute waren wir in Liebe beieinander - tief verbunden mit unseren tierlichen Freunden. 

DANKE AN ALLE, DIE BEI UNS WAREN... 

Das war das Bühnenprogramm vom 03.04.2021

 

Ankunft gegen 12 Uhr der „Maskenperformaner“ unter der Leitung von Heike Löwentraut, welche nach einem Aufzug durch Stuttgart-Mitte am Kronprinzplatz ankamen.

12.00 - 12.10 Uhr Musikalische Einstimmung und Empfang der Maskenperformer 

12.10 - 12.20 Uhr Eröffnung und Begrüßung durch Moderator Peter Hübner

12.25 - 12.35 Uhr Eröffnungsrede Natascha von X ORGA

12.40 - 13.00 Uhr Rede: Lisa Craemer-Schwarz von AKUT e.V.

13.05 - 13.20 Uhr Rede: Sonia-Ellen Lühring und Marion Tennhard von der Tierschutzpartei

13.25 - 13.40 Uhr Musik Nash & NETTE

13.45 - 13.55 Uhr Susanne und Siegfried Hörsatire 

14.00 - 14.20 Uhr Tom Jaeschke Animalpastor - Videobotschaft

14.25 - 14.45 Uhr Rede: Dr. Eisenhart v. Loeper, Jurist, Autor und Tierschützer

Ankündigung: 1 Stunde Bühnenpause. Um 16 Uhr geht es weiter. 

15.00 Uhr Musikalische Begleitung Nash & Nette während des Aufbaus für die Performances am Kronprinzplatz. 

(Welche Performances Euch erwarten, wird nicht verraten)

bis 16.00 Uhr 

16.30 - 16.50 Uhr Rede: Tim Werner von Vegans for Future

16.55 - 17.05 Uhr Dany von X ORGA liest ihre Geschichte vom Schweinchen Rosi

17.10 - 17.25 Uhr Musik Nash & NETTE

17.30 - 17.50 Uhr "Michael Blanke Verse" von Animal's Angels, vorgelesen von Lisa Craemer-Schwarz AKUT e.V.

17.55 - 18.25 Uhr Videobotschaft Timo Geuß von BeVeLa (Begleitung Vegane Landwirtschaft)

18.25 - 18.35 Uhr Abschluss 

18.35 - 19.00 Uhr Fürbitten vor der Bühne und Aufstellen der Kerzen

Parallel zum Programm waren die Info-Stände von AKUT e.V. und der Tierschutzpartei geöffnet.

Impressionen Karfreitag

Impressionen Ostersamstag

Videos 

Redebeitrag Tom Jaeschke, Animalpastor

Redebeitrag Timo Geuß, Begleitung Vegane Landwirtschaft

Videotrailer zur Traueraktion am Karfreitag (Video: Gerd Höfler)

Eröffnungsrede von Susanne am Karfreitag

Die beeindruckende Rede von Dr. Eisenhart von Loeper (Autor, Jurist, Tierschützer)

Nash & Nette im Duett mit dem Song "Mama"

Hörsatire Julia Klöckner im Interview mit dem X ORGA Journalisten Murkas Nons
(mit Susanne & Siegfried)

Redebeitrag Tim Werner Vegans for Future

Dany liest ihre Geschichte vom Glücksschwein Rosi.

Eine Geschichte von Daniela Hohler

Rosi das Glücksschwein



Ich bin Rosi, das rosarote Glücksschwein. Ich habe eine Stupsnase, kleine schwarze Kulleraugen, vier kleine Trippelfüßchen und ein entzückendes Ringelschwänzchen. 



Mit Rosetta, meiner besten und liebsten Freundin, lebe ich in einem wunderschönen großen Stall. 
Im Winter, wenn es kalt ist, haben wir soviel Heu und Laub, dass wir uns vollständig darin vergraben können. Wenn draußen der Wind pfeift, ist es wunderbar, Nase an Nase mit meiner liebsten Freundin einzuschlafen und ihr leises Schnarchen zu hören. Wir liegen weich und warm und grunzen vor Zufriedenheit. 
Im Sommer, wenn es heiß ist und die Sonne auf unsere empfindliche Haut brennt, gehen wir gerne schwimmen. Auf dem Gelände gibt es ein großes Wasserloch. Der Matsch darin ist herrlich kühl und wir haben bei unseren Schlammschlachten jedes Mal einen Riesenspaß. Wir kichern und lachen und bespritzen uns gegenseitig mit Schlamm, bis wir über und über damit bedeckt sind. 
Rosetta nennt mich dann immer eine “Drecksau“. Ich weiß nicht, woher sie diesen Ausdruck kennt. Wahrscheinlich von den Menschen, bei denen sie vorher gelebt hat. 


Rosetta ist noch nicht so lange bei uns. Ich erinnere mich noch gut an den Tag, als sie hier einzog. Sie hatte einen furchtbar traurigen und ängstlichen Blick. Ihr rosa Körper war übersät von Striemen und Narben. „Um Himmels Willen, was ist denn mit dir passiert?“ fragte ich sie. Ich war entsetzt! 
Eines ihrer Schweineöhrchen war verstümmelt und sie hatte kein Ringelschwänzchen. Das muss man sich mal vorstellen! Ein Schwein ohne Ringelschwänzchen! Ich wollte meinen Augen nicht trauen. 


„Mädels, das ist Rosetta,“ sagte Gustav „gebt ihr ein wenig Zeit, sie hat Furchtbares erlebt und muss sich jetzt erst einmal erholen. Irgendwann wird sie euch sicherlich erzählen, was mit ihr passiert ist.“ Gustav war ein ganz lieber Mensch. Er schaute jeden Tag nach uns und brachte immer irgendwelche köstlichen Leckereien mit. Heute waren es Äpfel. 
„Ich liebe Äpfel,“ jubelte ich vor Freude. 
„Magst du auch einen?“ fragte ich Rosetta. „Ich weiß nicht. Was ist das denn?“ fragte sie schüchtern. 
„Was? Du kennst keine Äpfel? Von welchem Stern kommst du denn?“ lachte ich. 
Daraufhin fing Rosetta fürchterlich zu weinen an, sie schluchzte, dass es mir fast das Herz zerbrach. Sie konnte sich gar nicht mehr beruhigen und in diesem Moment ahnte ich, dass ihr etwas ganz Schreckliches passiert sein musste. 


„Entschuldige,“ sagte ich. „Ich wollte dich nicht kränken. Bitte sei mir nicht böse.“ Sie weinte so bitterlich, dass ihr die Tränen nur so über die Schweinebäckchen liefen. 
„Es ist nicht deine Schuld,“ schluchzte sie. „Es ist nur so, dass in meinem ganzen Leben noch niemand so nett zu mir war.“ „Äpfel sind ein Wunderzaubermittel,“ sagte ich zu ihr. „Knabbere daran und es wird dir gleich besser gehen.“ 
Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht. 


Die Zeit verging und Rosetta lebte sich bei uns ein. Vieles war ihr unbekannt und ich verstand nicht, warum sie oft so sonderbar war. Sie war immer noch sehr traurig und verschlossen. 


Eines Tages fragte sie mich mit ängstlicher Stimme „Du Rosi, wieviel Zeit bleibt uns noch?“ Ich verstand nicht, was sie meinte. „Es ist so wunderschön hier mit dir, aber ich mag mich gar nicht richtig freuen, es wird ja doch nicht mehr lange gehen, bis sie uns holen kommen.“ 
„Wovon redest du?“ fragte ich sie. „Niemand wird uns holen. Wo sollen wir denn auch hin. Hier ist doch unser Zuhause.“ „Du meinst, wir können wirklich für alle Zeit hier leben?“ fragte sie mit einigem Erstaunen. 
„Aber natürlich,“ sagte ich. „Ich werde doch nicht zulassen, dass man mir meine beste Freundin wegnimmt. Du und ich, wir sind doch unzertrennlich.“ 
„Wir werden also nicht geschlachtet?“ fragte sie verwundert. Welch seltsamer Gedanke. Auf einem Gnadenhof wird doch niemand geschlachtet. Wir sind doch schließlich Glücksschweine! 


Nach diesem Gespräch ging es ihr Tag für Tag ein wenig besser und sie bekam wieder etwas Lebensfreude. Aber ihr Körper war gezeichnet und bereitete ihr große Schmerzen. Manchmal hatte sie Mühe am Morgen aufzustehen, dann stupste ich sie liebevoll an und half ihr auf die Beine. 
Traurig sah ich zu, wie Gustav ihre dicken Gelenke mit einer Heilsalbe einrieb und ihr dabei tröstende Worte in ihr verstümmeltes Ohr flüsterte. 


Was war ihr nur passiert? Was hatten die Menschen diesem wundervollen lieben Wesen nur angetan? Ich konnte es kaum ertragen, sie so zu sehen. 
Eines Tages nahm ich all meinen Mut zusammen und fragte sie nach ihrem vorherigen Leben. 


„Ich erinnere mich noch gut an meine Mutter,“ sagte Rosetta. „Sie summte immer für mich und meine Geschwister. Wir waren so viele, dass ihre Zitzen nicht für alle reichten. Eines meiner Geschwister war sehr schwach und bekam kaum etwas von der Milch meiner Mutter ab. Es war viel kleiner, als wir anderen. Eines Tages kam ein Mensch, hob es hoch und schlug seinen Kopf mit voller Wucht auf den Boden. Es rührte sich danach nicht mehr. Der Mensch sagte etwas von „Verlustrate.“ 
Meine Mutter steckte in einem Käfig fest und konnte sich kaum bewegen. Sie konnte nicht mehr für uns tun, als zu summen. Ich liebte ihren Gesang. Es war das einzig Tröstliche in diesem stinkenden, lauten Stall, auf diesem harten Boden und den eintönigen, langweiligen Tagen. 
Ein paar Tage nach meiner Geburt kam ein Mensch, hob mich hoch und warf mich in eine Schubkarre. „Mama, was passiert hier?“ quiekte ich. „Keine Angst mein kleiner Liebling. Es wird ganz schnell gehen,“ hörte ich meine Mutter mir hinterherrufen. „Schnell gehen? Was denn?“ Im selben Moment spürte ich einen stechenden Schmerz an meinem Allerwertesten. Mir blieb die Luft weg und ich zappelte mit meinen Beinen so fest ich konnte. Aber ich entkam dem festen Griff nicht. Ich konnte es kaum glauben. Der Mensch hatte mir mein Ringelschwänzchen abgeschnitten! „Aua“ schrie ich, so laut ich konnte, aber der Mensch lachte nur und warf mein Schwänzchen in eine Tonne. Danach wurden mir von diesem widerlichen, groben Kerl auch noch die Zähne abgeschliffen. Es war einfach nur schrecklich! Immerhin durfte ich nach dieser Prozedur wieder zu meiner Mutter. 
Seufzend legte ich mich, so gut es eben ging mit den Schmerzen, an ihren warmen Körper. „Sei froh, dass du kein Junge bist,“ sagte sie. „So bleibt dir wenigstens die schmerzhafte Kastration erspart.“ Dass mir ein paar Tage später eine dicke, fette Ohrmarke in mein Ohr gerammt werden sollte, verschwieg sie mir. 
Irgendwann brachte man mich und meine Geschwister weg. Man sperrte uns auf die Ladefläche eines Transporters. Wir fuhren schon eine ganze Weile, als es plötzlich einen Ruck gab, Reifen quietschten und wir wild durcheinander fielen. Die Luke sprang auf und wir plumpsten auf den harten Asphalt. Ich hatte soviel Angst, dass ich einfach nur wegwollte. Ich lief und lief und lief. Ich weiß nicht mehr wie lange, aber irgendwann war ich so erschöpft, dass ich mich hinlegte und nur noch schlafen wollte. 
„Wen haben wir denn hier?“ hörte ich plötzlich eine freundliche Stimme sagen. Warme Hände hoben mich liebevoll hoch und das erste Mal in meinem Leben war ein Mensch gut zu mir. „Bist du etwa von dem Tiertransporter gefallen? Da hast du aber Glück kleines Schweinchen. Bei mir bist du in Sicherheit. Dir wird nie wieder jemand wehtun, das verspreche ich dir,“ sagte der Mensch. „Ab sofort wirst auch du ein Glücksschwein sein!“ 


Text: Daniela Hohler © 

Rede Herr Dr. Eisenhart von Loeper.

Über seine Teilnahme haben wir uns x orga-mäßig gefreut und es war uns und allen anwesenden Tierrechtler*innen eine große Ehre, denn wann hat man schon mal eine solche Koryphäe zu Gast. 

 
Der am 03.06.1941 in Potsdam geborene und heute in Nagold lebende Rechtsanwalt Eisenhart von Loeper dürfte einer der bekanntesten der wenigen deutschen Juristen sein, die sich um die Umsetzung und Fortentwicklung des deutschen Tierschutzrechts bemühen. Über 40 Jahre lang hat von Loeper sich in Publikationen von wissenschaftlichen Aufsätzen bis zum einschlägigen Tierschutzkommentar, in Vorträgen wie öffentlichen Aktionen fundiert und kritisch zu sämtlichen Facetten wie praktischen Konflikten aus dem Bereich der Mensch-Tier-Beziehung geäußert. Streitbar und dezent, engagiert und dennoch mit langem Atem hat er die Diskussionen über Massentierhaltung wie auch die “Taubenbekämpfung”, die Stellung des Tieres im Privatrecht wie Tierrechtsfragen als philosophisches Problem befruchtet und gefördert. Ihm besonders zuzuschreiben ist die Aufnahme des Tierschutzes in Art. 20a des Grundgesetzes im Jahre 2002, wofür er jahrlang gekämpft hatte. Nicht zuletzt dafür erhielt er 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Eisenhart von Loeper war von 1987 bis 2006 Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte und von 1987 bis 2009 Sprecher der Vereinigung “Juristen für Tierrechte”. Heute ist er Mitglied in der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) als deren Nachfolgeorganisation. Auch in verschiedenen Bürgerinitiativen ist er noch erfolgreich und aktiv tätig.
(Quelle: DJGT - Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.) 

04.04.2021
 

"Was geschieht mit den Kälbern auf Langzeittransporten? Wo stehen wir?
Ein tiefes Mitgefühl für die gequälte Kreatur verlangt nach der Geltung unantastbarer Tierrechte
RA Dr. Eisenhart v. Loeper, Ansprache am Ostersamstag, 3. April 2021, Stuttgart

Danke Peter Hübner für deine mich bewegenden, sehr berührenden Worte der Einführung. Voranstellen möchte ich den Gedanken, der mir heute früh noch kam: „Das Grundgesetz der Tiere“ heißt eine Informationsschrift mit dem Bild der Arche Noah, in welche die Tiere zum Schutz vor der nahenden Sintflut geführt werden – das ist ein Ereignis aus uralter Zeit (Bibel, Genesis Kap. 6-8) – mit geradezu neuzeitlichem Bezug auf die Zerstörung der lebendigen Mitwelt und die Gefährdung des Lebens auf diesem Planeten durch den Menschen. Die Arche Noah, das zeige ich hier im Bilde, verkündete den Tieren ein Recht auf ihren Schutz1, doch schauen wir genauer hin:


Es trifft auch uns mitten ins Herz, was Unverantwortliche den Tieren zufügen: Betroffen sind „nicht abgesetzte“, genauer, ihrer Mutter weggerissene Kälber. Diese Tierkinder werden auf langen Transporten erbarmungslos zur Sache, zur Wirtschaftsware degradiert. Das passt zu qualvollen Massentierhaltungen und zu Tierversuchen, bei denen selbst in Tübingen noch täglich Primaten – nächste biologische Verwandte des Menschen –gequält werden2. Woher kommt diese empörende, irrsinnige Tyrannei? Wer ist dafür verantwortlich?
Erinnern möchte ich an unsere Geschichte: Nach den unsagbar barbarischen Verbrechen des Nazi-Regimes im Holocaust, an Andersdenkenden und in kriegerischen Verwüstungen war die historische Konsequenz das Grundgesetz, das in Artikel 1 als Fundamentalnorm bestimmt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Unveräußerliche Menschenrechte werden anerkannt. Doch wir sagen und fordern ein: Auch die Würde des Tieres muss unantastbar sein. Dieser Staat hat sich 2002 im Grundgesetz – also auf höchster Ebene - für unteilbare Ethik mit Tieren entschieden, also muss der Staat auch Tierrechte und deren Lebensräume schützen. Alles Andere ist menschenunwürdig und unvereinbar mit unserer Stellung als humane Treuhänder für die Tiere3
Schon die Vordenker der Menschenrechte Jean-Jaques Rousseau, Jeremy Bentham, Friedrich Schiller und andere wussten vor über 200 Jahren, dass der Tag kommen wird, an dem auch die Tiere ihre Rechte erhalten. Bei Saint Exupery heißt es: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Aber bei der Französischen Revolution und in der Aufklärung kam die Solidarität mit anderen zu kurz, so dass verbrecherische Kriege, schreckliches Leid und die Vernichtung Andersdenkender folgten. 
Wir erleben gerade jetzt in der Maskenaffäre, wie der Virus der Gier nach dem riesigen Profit die Moral zerbricht. Dieser Morast muss ausgemistet werden - auch im Umgang mit Tieren. Redlicher Neubeginn ist notwendig: Wir können nur vor uns selbst bestehen, wenn wir für das Leben und Wohlbefinden, für die unantastbare Würde der Tiere und für unsere Mitwelt einstehen. Die heutige Veranstaltung mit euch ist ein starkes Signal dafür. Dazu will ich beitragen, und zwar zur Rechtslage, zweitens zum Konflikt mit den Langzeit- Kälbertransporten und drittens zu den Konsequenzen daraus. 


  1. Zur Rechtslage gegenüber dem Tier



Viele von euch irritiert die Rechtslage gegenüber dem Tier: Zwar heißt es im Zivilgesetzbuch4: „Tiere sind keine Sachen“. Das alte römische Recht, das auch Frauen und Sklaven als „Sachen“ männlicher Herrschaft unterwarf, ist zwar aufgehoben, aber noch vieles ungeklärt. Das Tier gehört noch einer Person als Eigentum oder es ist „herrenlos“ und wird dann wie eine Sache behandelt. Natürlich können Tiere keine Rechtsgeschäfte abschließen oder gar vor Gericht klagen, darin stehen sie Unmündigen gleich, aber sie haben durch ihr Zentralnervensystem ein gleiches Empfindungsvermögen, sie leiden wie wir und brauchen uns als Treuhänder für ihre Rechte. Das Eigentum am Tier muss sich immer messen lassen an der Obhut für das Mitgeschöpf, das wie der Mensch Unantastbares in sich birgt, das Würde und Achtung gebietet.
Tierrechte sind das Spiegelbild zu den Pflichten des Menschen nach dem Tierschutzgesetz5. Es steht oft nur auf dem Papier, wenn es nicht einklagbar ist. Doch eine Art Quantensprung zum unantastbaren Tierrecht ist uns 1990 bis 2002 gelungen: Es war eine engagierte Bürgerbewegung, die ich initiieren und mit anderen auf allen Ebenen voranbringen durfte, die mit großartiger Beteiligung weitester Kreise in zwölf Jahren das Ergebnis erkämpfte: Die Tierethik für das leidensfähige Mitgeschöpf hat im Umweltschutzartikel 20 a GG durch die drei Worte „und die Tiere“ den Verfassungsrang erlangt. Und zwar geschah es kraft Zweidrittelmehrheit von Bundestag und Bundesrat. Das schränkt selbst weitgehende menschliche Grundrechte ein. Ein Beispiel: Das Bundesverwaltungsgericht hat 2019 das wirtschaftlich bedingte Schreddern von jährlich 45 Millionen männlicher Küken für grundsätzlich rechtswidrig erklärt6. Dieser hohe Rang des Grundgesetz-Artikels 20 a für den staatlichen Schutz der Tiere ist weichenstellend, muss aber mit Leben erfüllt werden: 


  1. Art. 20 a GG ist eine sog. Querschnittsklausel für Tiere wie sie ähnlich Art. 13 des Europ. Arbeitsweise-Vertrags kennt, das heißt, die staatliche Schutzpflicht für Leben und Wohlbefinden der Tiere als fühlende Wesen ist in allen Bereichen der Rechtsordnung stets zu beachten.
  2. Die Fundamentalnorm des Artikels 1 Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ - blieb lange missverstanden, alle Schöpfung sei für den Menschen da, ihm untertan, statt ein wirklicher Treuhänder für die Mitgeschöpfe zu sein. Jetzt aber ist die Menschenwürde unteilbar um die Tierethik ergänzt, das ist die Empathie für leidensfähige andere Wesen7. Die Grundnorm des gesellschaftlichen Gewissens für die Tiere ist dank der Garantie des Rechtsstaats wirksam in die Tat umzusetzen. 
  3. Die Konsequenzen dafür heißen, dass der Gesetzgeber das Klagerecht für anerkannte Tierschutzverbände bundesweit einführen sollte, das ist nur in einigen Bundesländern, so auch in Baden - Württemberg erfolgt. Die Rechte der Tiere müssen unser Leben ändern. Damit hat das, wofür wir hier kämpfen die höchste Legitimation des Grundgesetzes. Und die Tierethik kraft Verfassungsrang muss bei den Gerichten und in der Behördenpraxis nachhaltig Geltung erlangen. Da gilt es unerhört viel verletzte Würde und Qual der Tiere aufzuarbeiten – selbst bei den Tauben in unseren Städten8 - und alle menschlichen, rechtlichen, politischen Hebel sind für die Tierrechte einzusetzen.



II Qualvolle Langzeittransporte „nicht abgesetzter“ Kälber

Ursächlich für den Konflikt ist: Die Überproduktion von Rindern vor allem in der Milchindustrie führt dazu, dass die Kälber, die ihren Müttern entrissen werden, damit die Muttermilch für den menschlichen Konsum genutzt wird, in andere Länder transportiert werden, wo sie gemästet und in andere Länder verkauft werden. Das ist tief beschämend. In einem demnächst publizierten juristischen Fachbeitrag haben Dr. Christoph Maisack und Dr. Barbara Felde festgestellt9: Im Januar 2021 wurden allein aus Baden-Württemberg und Bayern über 2800 Kälber, die noch voll auf Muttermilch angewiesen waren, nach Spanien transportiert.
Konkret: Das Landratsamt Ravensburg hatte sich aufgrund eines Erlasses des Ministeriums für Ländlichen Raum geweigert, die lange Beförderung von 235 Kälbern auf einem Transportmittel abzufertigen, das nur eine Wasserversorgung für adulte Rinder enthielt. Der Verwaltungsgerichts-hof Mannheim hat dennoch wie zuvor das VG Sigmaringen entgegen dem LRA einstweilen angeordnet, den Kälbertransport abzufertigen10
Das wird vom Vorstand der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht treffend kritisiert: 

  1. Die Transportfahrzeuge ermöglichten es nicht, dass die Kälber Milch oder Milchaustauschmittel zu sich nahmen. Das Mannheimer Gericht meint, nach der EU-TTVO müssten die Kälber während des Transports nicht entsprechend ihrem Nährstoffbedarf versorgt werden, es genüge die formale Zulassung des Fahrzeugs, zumal die EU nichts weiter bestimmt habe. In Wahrheit können die Kälber aber aus den Tränkenippeln der Wassertränke nicht trinken, sie müssten auf 39 Grad erwärmte Milch oder MAT im Saugakt in ausreichender Menge in artgerechter Kopfhaltung trinken und ihren Bedarf decken können. Das muss für alle Kälber während des Transports gleichzeitig gesichert sein. Dies zu missachten, verletzt auch das in der EU-Tiertransport-VO enthaltene Verbot, den Tieren während des Transports unnötige Leiden zuzufügen. Unerträglich und rechtsstaatlich unhaltbar ist es, auf die gebotene tierartgemäße Ernährung zu verzichten, weil angeblich entsprechende technische Mittel nicht zur Verfügung stehen. Die Abfertigung der Kälber zum Transport war rechtswidrig, sie hätte unbedingt untersagt werden müssen. 



  1. Der VGH hat ferner die Transportverlängerung von höchstens 19 Stunden bis zum Anfahren des Bestimmungsortes oder der Versorgungsstation auf mindestens 24 Stunden für rechtens erklärt, weil es „im Interesse der Tiere“ liege, obwohl es in Wahrheit um das Interesse des Transportunternehmers geht. Dies missachtet das Prinzip von Art. 3 Satz 2 Buchst. A EU-TTVO, die Beförderungsdauer „so kurz wie möglich zu halten“. Da die Versorgung der Tiere an Bord des Transportfahrzeugs nicht möglich ist, müssen sie unter zusätzlichem Stress spätestens nach 9 Stunden abgeladen werden, um erstmals versorgt und dann wieder aufgeladen zu werden. Die Verlängerung der Pause beruht also allein auf der Mangelhaftigkeit des Transportmittels. 



III Konsequenzen 


Zum Schluss möchte ich Konsequenzen ansprechen, die mir dringend geboten erscheinen: 

  1. Die juristischen Experten Christoph Maisack und Barbara Felde schlagen treffend vor, das Land müsse sofort beim Verwaltungsgericht Feststellungsklage erheben, dass kein Anspruch auf Abfertigung von Transporten nicht abgesetzter Kälber besteht, solange deren artgerechte Ernährung während des Transports nicht stetig im bezeichneten Sinn gewährleistet ist; zugleich müsse beantragt werden, das Verfahren auszusetzen zur Vorlage der Rechtsfragen an den EuGH und zur Wiederherstellung des ministeriellen Erlasses, der diese Kälbertransporte wegen fehlender gesetzlicher Voraussetzungen untersagte.
  2. Weitergehend kann und muss der bundesdeutsche Gesetzgeber die Lebendtiertransporte in Drittstaaten außerhalb der EU verbieten. Die freie Berufsausübung derer, die am Transport verdienen, würde dadurch nicht unverhältnismäßig beschränkt, weil das Verbot erforderlich, geeignet und angemessen sowie mit europäischem Recht zu vereinbaren wäre. Und zwar gilt dies, soweit nach gesicherten Erkenntnissen die ethischen und gesetzlichen Tierschutzanforderungen in den Drittstaaten nicht erfüllt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein unparteiisches Rechtsgutachten, das der Gutachtendienst aus dem Landtag von Nordrhein-Westfalen neuerdings erstellte11. Wir sollten das zur Bundestagswahl aufgreifen und die Parteien politisch daran messen. 
  3. Zu guter Letzt: Die eigentliche Dimension unseres Auftrags sehe ich darin, genau auf eure ansprechende, dynamische Weise spürbar zu machen: Tierrechte sind ein Testfall unseres Menschseins, unantastbar, unteilbar im Mitgefühl mit allem, was lebt. Frei nach Christian Wagner12 mag gelten:

 „ Einzustehen gewillt für das Recht des Lebendigen wider Satzung barbarischer Zeit erfleht ich der Göttlichen Beistand“
- da geht es nicht um flache juristische Winkelzüge, sondern um Urrechte des Lebens, um Vermeidung von Qualen, die auch uns tief berühren, um Hilfe für andere in der Not, um die Zukunft des Lebens auf diesem Planeten, um unantastbares Recht, ja um uns Heiliges. Das ist Religio als Rückbindung zu den Quellen des Lebens.
Dies im Miteinander zu spüren und weiter wachsend mit Gefühl und Gewissen für unsere Mitwelt beizutragen, dafür lasst uns leben13.
Ich danke euch."


1 Informationsschrift, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bonn, anlässlich der Verabschiedung des 1972 einstimmig vom Deutschen. Bundestag beschlossenen Tierschutzgesetzes.
2 Der Bund gegen den Missbrauch der Tiere, anwaltlich durch den Verfasser vertreten, klagt dagegen beim VG Sigmaringen (8K 4539/20) auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der am 26.11.2019 genehmigten Versuche.
3 In der amtlichen Begründung der Änderung des Grundgesetzes nach Art. 20 a heißt es (BT-Dr 14/8860): „Die Leidens- und Empfindungsfähigkeit insbesondere von höher entwickelten Tieren erfordert ein ethisches Mindestmaß für das menschliche Verhalten. Daraus folgt die Verpflichtung, Tiere in ihrer Mitgeschöpflichkeit zu achten und ihnen vermeidbare Leiden zu ersparen … Dem ethischen Tierschutz wird damit Verfassungsrang verliehen.“
4 Siehe § 90 a BGB. Vgl. auch v. Loeper/Reyer, Das Tier und sein rechtlicher Status, Zeitschrift für Rechtspolitik 1984, 205 ff. zur Entwicklung der Tierschutzgesetzgebung.
5 Da die gesetzlichen Pflichten z. B. des Tierhalters und Tierbetreuers. nach § 2 TierSchG genau festgelegt sind und vom BVerfG im Hennenurteil v. 6.7.1999 als „Grundbedürfnisse“ zur „Pflege des Wohlbefindens der Tiere im weit verstandenen Sinne“ bestimmt wurden, folgte daraus die Rechtsverordnung für verfassungswidrig und nichtig erklart wurde, durch welche der Bundeslandwirtschaftsminister auf Betreiben der Wirtschaftskreise die quälerische Käfighaltung von Legehennen unzulässig hatte legalisieren wollen (NJW 1999, S. 3253 ff.).
6 Urteil des BVerwG v. 13.6.2019, BeckRS 2019, 20524.
7 Siehe dazu den Beitrag v. Loeper, Warum die Tierethik mit Verfassungsrang unaufschiebbare Konsequenzen verlangt, demnächst in: Neussel, Verantwortbare Landwirtschaft statt Qualhaltung und Qualzucht, 2021, Verlag oecom.
8 Zur aktuellen Problematik v. Loeper, Natur und Recht, 2020, Heft 12, 827-832 sowie NuR 2021, Heft 3
9 Die nachfolgenden kritischen Aspekte beruhen überwiegend auf dem Aufsatz der genannten Autoren „Rechtswidrigkeit langer, grenzüberschreitender Transporte von nicht abgesetzten Kälbern“, der demnächst in der Neuen Zeitschrift für Verwaltungsrecht erscheint.
10 Beschluss des VGH Mannheim v. 21.12.2020, zu weiteren Einzelheiten siehe Fn 8.
11 „Gutachten zur Möglichkeit eines Verbots von Lebendtiertransporten in Drittstaaten“ v. 8.2.2021, Landtag Nordrhein-Westfalen, Information 17/298 des Parlamentarischen Beratungs- und Gutachtendienstes, bearbeitet von Dr. Martin Dresenkamp und Rechtsreferendarin Davina Ebel
12 Christian Wagner (1835-1918) aus Warmbronn/Leonberg war ein Bauer und begnadeter Dichter, der die größtmögliche Schonung des Lebendigen forderte und wie ein indischer Weiser oder ein schwäbischer Franz von Assisi mit Tieren lebte. 1972 kam es zur Gründung der Christian-Wagner-Gesellschaft mit Beteiligung der Schiller-Gesellschaft, zu einem Festvortrag von Albrecht Goes „in drei Sphären“ und zu einer Spende des Künstlers HAP Grieshaber zur Stützung des Wagner-Geburtshauses, das vor dem Abriss bewahrt werden konnte. Der Verfasser war damals Vorsitzender. Die CWG hält das literarische Erbe des Dichters hervorragend wach. Sie engagiert sich aber als Verein seit dem Wegzug des Verfassers nicht mehr für politische Veränderungen.
13 Anlässlich der Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen ist – jeweils im Quadriga Verlag erschienen - auf das Buch von Clemens G. Arvay hinzuweisen: Wir können es besser. Wie Umweltzerstörung die Corona-Pandemie auslöste und warum ökologische Medizin unsere Rettung ist. Außerdem Arvay: Corona Impfstoffe – Rettung oder Risiko? Wirkungsweisen, Schutz und Nebenwirkungen. Die Zeitschrift Natur und Heilen, April 4/ 2021, S. 14 – 21 publiziert ein Interview mit Arvay, das auch die Zentren der viralen Ausbreitung in Europa und weltweit erläutert, so insbesondere schrumpfende Lebensräume, Bejagung von Wildtieren mit ausbeuterischem Lebens- und Wirtschaftsstil auf globaler Ebene.

 

Verfasser: Dr. Eisenhart von Loeper © 


26.03.2021

ACHTUNG! NEWS!

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage mussten wir unser Programm ein wenig ändern. Der Ostersonntag wird NICHT stattfinden!

Ankündigung Osteraktion Karfreitag und Ostersamstag in Stuttgart

Die Würde des Tieres ist unantastbar

Wider die Gleichgültigkeit gegenüber dem Mitgeschöpf Tier

Dreitägige Kundgebung von Karfreitag bis Ostersonntag in Stuttgart, Mitte

12.03.2021
Wichtige Mitteilung vorab:
Der Karfreitag wird nicht am Kronprinzplatz stattfinden, sondern auf der Königstr. 11 in Stuttgart, vor der Commerzbank.

An drei Tagen werden wir im Rahmen einer Kundgebung über Tierrechte und das an Tieren begangene Leid informieren. Aus verschiedenen Perspektiven - u.a. juristisch - kirchlich - philosophisch - tierrechtsaktivistisch - und die Zukunft betreffend - werden durch Vorträge, Musikbeiträge und aufregende Performances informiert und das Verdrängte sicht- und hörbar dargestellt.
Erreichen wollen wir natürlich vor allem Menschen, die bisher immer noch wenig wissen (wollen), was in der Tierindustrie läuft.

Wir haben großartige Redner*innen, wie z.B. Dr. Eisenhart von Loeper.
Der am 03.06.1941 in Potsdam geborene und heute in Nagold lebende Rechtsanwalt Eisenhart von Loeper dürfte einer der bekanntesten der wenigen deutschen Juristen sein, die sich um die Umsetzung und Fortentwicklung des deutschen Tierschutzrechts bemühen. Über 40 Jahre lang hat von Loeper sich in Publikationen von wissenschaftlichen Aufsätzen bis zum einschlägigen Tierschutzkommentar, in Vorträgen wie öffentlichen Aktionen fundiert und kritisch zu sämtlichen Facetten wie praktischen Konflikten aus dem Bereich der Mensch-Tier-Beziehung geäußert. Streitbar und dezent, engagiert und dennoch mit langem Atem hat er die Diskussionen über Massentierhaltung wie auch die “Taubenbekämpfung”, die Stellung des Tieres im Privatrecht wie Tierrechtsfragen als philosophisches Problem befruchtet und gefördert. Ihm besonders zuzuschreiben ist die Aufnahme des Tierschutzes in Art. 20a des Grundgesetzes im Jahre 2002, wofür er jahrlang gekämpft hatte. Nicht zuletzt dafür erhielt er 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
(Quelle: DJGT)

...mit vielen weiteren spannenden Gästen und interessanten Acts.
Wie z.B. auch Liedermacherin NETTE - Annette Rudert, die erst kürzlich Ihr neues Album "Braucht es ein Lied?" veröffentlicht hat und unsere Aktion an allen drei Tagen mit berührenden Texten und ihrer eindrucksvollen Stimme unterstützt.
Moderieren wird das Rahmenprogramm am Samstag Tierrechtsaktivist, Peter Hübner, der vielen bereits von *Metzger gegen Tiermord* bekannt sein dürfte.

Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung
Seid Ihr dabei?

Mitveranstalter:
Black Forest for Animals e.V.
Tierschutzpartei LV Baden-Würtemberg
AKUT e.V. 

Unsere Gäste in Stuttgart

Dr. Eisenhart von Loeper, Jurist, Autor und Tierschützer

Dr. Eisenhart von Loeper, Jurist, Autor und Tierschützer

Tomasz Jaeschke, Animalpastor

Tomasz Jaeschke, Animalpastor

Heike Löwentraut, Künstlerin, Bildhauerin, www.vielschichtig.com

Heike Löwentraut, www.vielschichtig.com

Liedermacherin NETTE - Annette Rudert

Liedermacherin NETTE - Annette Rudert

Peter Hübner, Tierrechtsaktivist und Moderator

Peter Hübner, Tierrechtsaktivist und Moderator

Timo Geuß, Begleitung Vegane Landwirtschaft, www.bevela.de

Timo Geuß, Begleitung Vegane Landwirtschaft, www.bevela.de

Sabine Massler, www.lebenshilfe-kuh-und-co.de

Sabine Massler, Lebenshof Kuh und Co. e.V.

Sonia-Ellen Lührung, LV Tierschutzpartei Ba-Wü

Sonia-Ellen Lühring, LV Tierschutzpartei Ba-Wü

Monika Grieshaber, AKUT e.V.

Monika Grieshaber, AKUT e.V.

Tim Werner, Vegans for Future

Gemeinsamer offener Brief

Unser offener Brief - hinsichtlich eines Verbotes von Kälbertransporten - an Ministerpräsident Kretschmann, Minister Hauk und Landrat Sievers, den weitere Orgas mit unterzeichneten.